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Barrierefreiheit im Web ist längst kein „Nice-to-have“ mehr. Unter dem Begriff A11y (gesprochen: Accessibility) verbergen sich Standards und Best Practices, die dafür sorgen, dass Websites und digitale Anwendungen für alle Menschen nutzbar sind – unabhängig von körperlichen oder technischen Einschränkungen.

Doch was genau sind A11y-Standards? Und warum sollten sie bei jedem Webprojekt eine zentrale Rolle spielen?

Was bedeutet A11y?

A11y ist eine Abkürzung für Accessibility. Zwischen dem A und dem y stehen 11 Buchstaben – daher A11y.

A11y beschreibt Maßnahmen, die sicherstellen, dass Websites auch von Menschen genutzt werden können, die zum Beispiel:

  • schlecht oder gar nicht sehen
  • motorische Einschränkungen haben
  • keine Maus nutzen können
  • auf Screenreader oder Tastaturnavigation angewiesen sind
  • kognitive Einschränkungen haben

Kurz gesagt: A11y macht das Web inklusiv.

Was sind A11y-Standards?

Die wichtigsten A11y-Standards sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG). Sie definieren klare Regeln dafür, wie Webinhalte barrierefrei gestaltet werden sollen.

Die WCAG basieren auf vier zentralen Prinzipien:

1. Wahrnehmbar (Perceivable)

Inhalte müssen für alle Sinne zugänglich sein.

  • ausreichende Farbkontraste
  • Alternativtexte für Bilder
  • Untertitel für Videos

2. Bedienbar (Operable)

Die Website muss vollständig bedienbar sein.

  • Navigation per Tastatur
  • ausreichend Zeit für Interaktionen
  • keine Inhalte mit starkem Blinken oder Flackern

3. Verständlich (Understandable)

Inhalte und Bedienung müssen klar und logisch aufgebaut sein.

  • verständliche Sprache
  • konsistente Navigation
  • klare und hilfreiche Fehlermeldungen

4. Robust (Robust)

Die Website muss mit unterschiedlichen Technologien funktionieren.

  • sauberes, semantisches HTML
  • korrekte Nutzung von ARIA-Rollen
  • Kompatibilität mit Screenreadern und Assistenzsoftware

Warum sind A11y-Standards so wichtig?

1. Mehr Menschen erreichen

Barrierefreie Websites sind für alle besser nutzbar – auch für ältere Menschen, mobile Nutzer oder Personen mit temporären Einschränkungen.

2. Rechtliche Sicherheit

In Deutschland und der EU gelten zunehmend gesetzliche Vorgaben zur digitalen Barrierefreiheit (z. B. BFSG, BITV, EU Accessibility Act). Unternehmen, die A11y ignorieren, riskieren Abmahnungen und rechtliche Konsequenzen.

3. Besseres SEO

Viele A11y-Maßnahmen verbessern automatisch die Suchmaschinenoptimierung:

  • klare Überschriftenstruktur
  • Alt-Texte für Bilder
  • logische Seitenhierarchie

4. Höhere Usability und Conversion

Barrierefreie Websites sind übersichtlicher, verständlicher und einfacher zu bedienen. Das führt zu geringeren Absprungraten und besseren Conversion-Werten.

A11y in der Praxis: Kleine Schritte, große Wirkung

Barrierefreiheit bedeutet nicht, alles neu zu bauen. Oft reichen bereits kleine Anpassungen:

  • Kontraste prüfen
  • sinnvolle Alt-Texte vergeben
  • Formulare korrekt beschriften
  • Tastaturbedienung testen
  • semantisches HTML verwenden

Moderne CMS, Frameworks und Page Builder bieten dafür bereits gute Grundlagen – entscheidend ist, sie bewusst einzusetzen.

Fazit: A11y ist kein Extra, sondern Standard

A11y-Standards sorgen dafür, dass das Web fair, nutzbar und zukunftssicher bleibt. Sie verbessern Usability, SEO und Rechtssicherheit – und zeigen zugleich soziale Verantwortung.

Barrierefreiheit ist kein Mehraufwand.
Sie ist ein Qualitätsmerkmal.